Vom Eriz über die «Sichle» an den Thunersee / 4 3/4 Std.
Innereriz/Säge–Ober Schöriz–Sichle–Grönhütte–Merligen
Abwechslungsreiche und eindrückliche Wanderung aus dem stark bewaldeten hinteren Eriz über den Bergsattel der Sichle und durch das beidseits von jäh aufragenden Felsbändern begrenzte Justistal an das mediterrane Ufergebiet des Thunersees bei Merligen.
Ausgangspunkt der Wanderung ist die Busendstation Innereriz/Säge, von wo Sie auf dem rechts abzweigenden Strässchen das Tal in Richtung Geissegg durchqueren. Danach steigen Sie an der westlichen Flanke des Sulzigrabens über Unter Schöriz hinauf zur Hütte von Ober Schöriz. Während des weiteren Aufstiegs vom Fusse des Burstmassivs über mehrere Runsen zum Passübergang haben Sie mehrmals Gelegenheit, die faszinierende Gesteinsschichtung der Sieben Hengste mit der dunklen Molasse im unteren Teil und den darüber liegenden hellen Kalkfelsen zu bewundern. Auf der Sichel angekommen werden Sie mit einem überwältigenden Ausblick für die Strapazen des Aufstiegs entschädigt: Im Süden schweift der Blick zumNiesen und ins Frutigland, nach Norden übers waldreiche Eriz zur Honegg.
Entlang des Sigriswilergrates steigen Sie, Geröllrunsen durchquerend, durch lockeren Baumbestand und über offene Alpweiden zum schön gelegenen Oberhofner hinab und weiter in den Talboden des Justistales nach Hinterstberg. Das beeindruckende, von mächtigen Felswänden eingerahmte Tal verdankt seinen Namen dem heiligen Justus, der hier als Einsiedler gelebt haben soll – als Freund des heiligen Beatus.
Nun folgen Sie dem Grönbach talauswärts und gelangen über den bewaldeten Felssturzriegels am Püfelberg zu den verzierten Käsespeichern des Spicherbergs, wo jeweils Ende September der einmalige Chästeilet stattfindet, der Besucher aus der ganzen Welt anzieht. Nach der Grönhütte geht’s weiter durch den Wald. Zweimal überqueren Sie dabei den Grönbach, bevor der Weg entlang der rechten Talflanke zum Gütsch hinunter führt (wunderschöner Ausblick auf Thunersee und Niesen!). Der letzte kurze Abstieg führt Sie zurück zum Bach und ihm entlang nach Merligen.
Über die Gerberegg ins Suldtal / rund 6 Std.
Spiez–Aeschi–Gerberegg–Suld–Aeschiried
Diese einzigartige Bergwanderung führt Sie über den breiten Höhenrücken von Aeschi und über die Aeschiallmi bis zur Gerberegg. Danach steiler Abstieg durch den Bergwald zur Bergwirtschaft im Suld, in welcher schon oft Prominenz aus aller Welt zu Gaste war. Auf der Wanderung zurück durchs Suldtal nach Aeschiried haben Sie Gelegenheit, die überraschend reiche Bergflora zu geniessen – mit ein Grund, dass die ganze Gegend rund ums Suldtal unter Naturschutz steht.
In Spiez steigen Sie nach der Bahnhofunterführung hinauf ins Leimeren-Quartier und weiter durch den Hondrichwald ostwärts. Ihr nächstes Ziel – nach Verlassen des Waldes – ist Hondrich, von wo Sie dem Strässchen durch die Häusergruppe von Rüti bis zum Saum des Seeholzwaldes folgen. Weiter geht’s zuerst dem Wald entlang und danach durch das Seeholz zu der alten Kirche von Aeschi. Ein Besuch der Kirche lohnt sich. An der nächsten Strassenkreuzung schlagen Sie die Richtung Krattigen ein und steigen bei Zwygarte über die Egg zwischen Thunersee und Suldgrabe (Aussicht!) nach Äbene hinauf, danach weiter zum Schulhaus Aeschiried.
Nun erwartet Sie der sonnige und breite Rücken der Aeschiallmi. Danach führt der Weg im Wald praktisch ohne Steigung zum Bireberg. Die nächste Steigung erwartet Sie beim Aufstieg auf die Gerberegg, wo Sie eine herrliche Rundsicht zu Morgenberghorn, Dreispitz und Niesenkette erwartet.
Nach einer kurzen Rast fällt Ihnen der doch recht steile Abstieg durch den Leimerenwald zum Gasthaus im Suld leicht, vorbei an uralten unter mächtigen Ahornbäumen liegenden Käsespeichern, wo die Alpkäse aus der Umgebung bis zum Herbst gelagert werden. Bei der Brücke hinter dem Gasthaus zweigt der dem Bergbach entlang führende Weg durchs Suldtal ab. An Tümpeln, Teichen und Waldlichtungen vorbei wechselt man in der Suldweid an die andere Talseite und stösst auf das nach Aeschiried führende Strässchen.
Naturparadies Suldtal
Das Naturschutzgebiet ist ein Paradies für Tier- und Pflanzenbeobachter: viel Birk- und Auerwild, das Schneehuhn und der vom Aussterben bedrohte Alpenfelsenmauerläufer können beobachtet werden. Der Luftraum aber wird von einem Steinadlerpaar beherrscht. Fuchs, Dachs, Marder wie auch Gämse und Rehwild sind oft gesehene Gäste. Und wenn Sie Glück haben treffen Sie auf Luchs und Waschbär. Erstaunlich vielfältig ist im Suldtal der Orchideenreichtum, der Enzian ist in zehn Arten vertreten. Ganze Felder bilden Paradies-, Gras- oder Türkenbundlilie. Alpen-Akelei wie auch Edelweiss, Flühblume und Alpenrose sind hier heimisch.
Vom mediterranen See hinauf auf das alpine Morgenberghorn / 8 1/2 Std.
Von Leissigen über die Gerberegg und Brunni auf das Morgenberghorn
Anspruchsvolle und abwechselungsreiche Bergwanderung mit Blick auf Thuner- und Brienzersee auf der einen und das unter Naturschutz stehende Suldtal auf der andern Seite. Vom Gipfel einmaliger Rundblick auf die Viertausender, die Voralpenketten und bis weit ins Mittelland. Wem 8 1/2 Std. zu viel ist, der kann die Wanderung abkürzen und in Aeschiried oder aber auch bei der Horehütte (Parkplatz vorhanden) beginnen. Gute Schuhe und Trittsicherheit sind Bedingung.
Ausgangspunkt der Wanderung ist das Dorf Leissigen, von wo Sie über die Aebnitweid und den Gibel – auf Weiden und vorbei an hübschen Spychern – Richtung Hore hochsteigen. Bei der Alphütte Hore (1240 M.ü.M.) haben Sie die Wahl, kurz auf der Strasse nach rechts Richtung Krattigen zu gehen und anschliessend nach links den Wanderweg einzuschlagen, der Sie dem Grat auf der linken Seite des Hores entlang und durch den alpinen Horewald auf die Gerberegg führt. Erholen Sie sich auf der Gerberegg vom Aufstieg und geniessen Sie den schönen Ausblick.
Oder Sie wählen die Abkürzung und steigen durch eine reichhaltige Alpenflora via Alp Egelholz, durch Fulwasser, einem romantischen Hochmoor, und anschliessend hinauf auf den Grat, der sich zwischen Thunersee und Suldtal von Aeschiried, über die Gerberegg nach Brunni (1644 M.ü.M) zieht. Hier vereinigen sich die beiden Anstiegsvarianten, der Weg zieht sich nun schwach steigend hinauf zur Brunnialp (1644 M.ü.M.).
Nach einer Verschnaufpause (ev. auch Übernachtung) in der Clubhütte beginnt der steile und anspruchsvolle Aufstieg auf den Gipfel des Morgenberghorns (2248 M.ü.M.). Vor allem durch das "Chemi" braucht es Trittsicherheit, der Wanderer sollte einigermassen schwindelfrei sein. Der Pfad im oberen Teil ist teilweise mit Drahtseil gesichert. Die wunderschöne Rundsicht auf die Seen, das Mittelland, den Dreispitz, die Voralpenketten und die Viertausender ist überwältigend.
Der Abstieg führt zurück zur Brunnihütte, von da nach rechts durch einen wunderschönen Bergwald steil hinunter bis zum Baachli. Bei der Hütte Baachli nehmen Sie das Natursträsschen, das Krattigen mit Baachli verbindet, und wandern ebenenwegs durch einen dichten Wald zurück zur Horehütte. Nun steigen Sie auf dem gleichen Weg, mit dem Sie die Tour begonnen haben, zurück nach Leissigen hinunter.
Hünibach - Cholerenschlucht - Goldiwil - Egg - Heiligenschwendi / 3 Std.
Hünibach, Chartreuse 570m - Hünibach-Brücke 595m - Cholerenschlucht - Picknickplatz 730m (0.40 h) - Hängebrücke 810m (0.20 h) - Goldiwil 970m (0.25 h) - Melli 1000m - Goldiwil Flüeli 1020m (0.10 h) - Winteregg 1151m - Egg 1172m (0.35 h) - Multenegg 1083m (0.10 h) - Hüniboden, Picknickhütte 1101m (0.10 h) - Gründerahorn 1160m (0.15 h) - Schwendi 1102m (0.15 h)
Bei der Haltestelle Hünibach Chartreuse gehen wir dorfaufwärts Richtung "Schwendi", der Chartreuse-Strasse entlang. Nach 5 Minuten gehts rechts über die Hünibach-Brücke, wo unsere Route in die "Cholerenschlucht" abzweigt. Nachdem wir den Hünibach nochmals gequert haben, führt ein schmales Kiesweglein direkt dem Bach entlang, dann an einem schindelgedeckten Holzhaus vorbei (mit Abstecher zu einem Labyrinth).
Vor uns türmen sich hohe Nagelfluhfelsen auf, und schon sind wir in der imposanten Cholerenschlucht. Zwischen zwei weiteren Brücklein besteht Steinschlaggefahr. Über Treppen und Wurzelpfade gehts dem Bach entlang aufwärts, an mehreren Wasserfällen entlang. Ein ebener Picknickplatz lockt mit Tisch und Bänken zu einer Pause. Ein Baum krallt sich wie mit moosigen Zehen an einem Felsblock (wer die Windjacke erkennt, weiss jetzt, wo er sie vergessen hat).
Oberhalb des Picknickplatzes treffen wir auf die Fahrstrasse, der wir 150 m nach rechts folgen, wo wieder ein breiter Wanderweg abzweigt. Beim Brücklein dem Pfeil "Eichguet/Goldiwil" folgen; ebenaus führt der schöne Weg hoch über der Cholerenschlucht zum Wegweiser bei der Hängebrücke (wer den direkten Weg, teils Hartbelag, nach "Schwendi" nehmen will, geht über die schwankende Brücke). Wir bleiben auf unserem Weglein, das sich verengt; wir verlassen die Schlucht und steigen im Zickzack zum zum Waldausgang hinauf.
Dem Waldrand entlang, dann durch eine Weide, gehts an den hübschen Bauernhäusern Unders und Obers Eichguet vorbei zum Schulhaus von Goldiwil hinauf. Dort links und treppaufwärts zur Bushaltestelle beim Hotel Blümlisalp. Oberhalb der Hauptstrasse führt ein gepflästerter Weg zum Weiler Melli, wo ein schönes Bernerhaus zu bewundern ist - mit Blick auf den Thunersee, den Niesen und die Schneeberge. Die Richtung haltend, erreichen wir beim Wegweiser Goldiwil Flüeli die letzten Häuser von Goldiwil.
Durch die Wiese gehts aufwärts in ein Waldstück und eine ziemlich matschige Kuhweide, den Pfeilen "Egg" folgend. Bockleitern helfen, die Stacheldrahtzäune zu überqueren. Wieder im Wald, steigen wir dem Grat entlang über die Winteregg; Sicht über die liebliche Landschaft des Zulgtals.
Durch Wald und Weiden gehts nochmals leicht aufwärts; Tafeln informieren über die hier geltende Mutterkuhhaltung und dass Hunde an die Leine gehören. Wer der Sache nicht traut, kann auf der Anhöhe den Hag übersteigen und dem Trampelpfad auf der andern Seite der Weide folgen, einen Querhag unterquerend. Die schwarzen Kühe sitzen wiederkäuend im Gras und beachten uns nicht, wir bleiben also in der Weide und steigen erst beim Ahornbaum über die "Bockleiter". Beim Aussichtspunkt Egg lohnt sich ein kurzer Halt.
Dem Waldrand entlang wandern wir auf weichen Wiesentrampelpfaden abwärts, an einem grossen Ahornbaum vorbei. Unten führt der Pfad hinter der Schreinerei zur Strassenkreuzung und Bushaltestelle Multenegg. Nun sind 300 m am Strassenrand zu marschieren, bis rechts treppauf der Wanderweg abzweigt. Ihm folgen wir durch den Wald, kreuzen nochmals die Strasse und wandern auf breiten Wegen durch den Wald, am gedeckten Picknickplatz Hüniboden vorbei. Die Hütte mit den Feuerstellen kann beim Verkehrsverein Heiligenschwendi gemietet werden (sofern sie nicht besetzt ist, darf man sie kostenlos benützen).
Ebenaus gehts zum Platz mit der mächtigen Gründungsahorn - der Baum wurde 1895 beim Bau der Höhenklinik gesetzt. Direkt unterhalb sieht man durch die Bäume das moderne Rehazentrum, das man links herum in fünf Minuten erreichen könnte. Wir gehen nach rechts Richtung Bushaltestelle "Schwendi", das auch Ausgangspunkt von verschiedensten Walkingtrails ist. Dem Hang entlang, immer wieder mit Blick auf See und Berge, gehts ebenaus und zum Schluss treppabwärts zum Tennisplatz. Links davon befindet sich die Bushaltestelle Schwendi und das Restaurant Alpenblick mit Gartenterrasse - ein guter Platz, um den Wandertag ausklingen zu lassen.
Weitere Informationen:
www.wandersite.ch




